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In den Zwanziger und Dreißiger Jahren steigt die Ausstellungsbeteiligung von Künstlerinnen in den fünf wichtigsten Pariser Salons kontinuierlich bis Mitte der Dreißiger Jahre (1936) an und fällt danach bis 1939 langsam ab. Bei den drei Avantgarde-Salons (Salon des Indépendants, Salon d'Automne, Salon des Tuileries (ab 1923) steigt der Anteil der Künstlerinnen durchschnittlich von 17% (1920) über 25% (1930) bis auf 32% im Jahr 1936.252 Der als konservativ geltende Salon des Tuileries stellt in dieser Zeit durchschnittlich den höchsten Anteil an Frauenkunst aus, gefolgt vom Salon d'Automne und dem Salon des Indépendants. Bei den traditionellen Salons (Salon des Artistes Français und La Nationale) ist der Frauen-Anteil immer etwas höher: 1920 23%, 1930 30% und 1936 35% durchschnittlich. 253

In den Zwanziger Jahren gibt es außer den beiden Künstlerinnen-Salons von "Union" und "Syndikat" nur die Initiative der Malerin Rij-Rousseau zu verzeichnen, die von 1925 bis 1928 mit einer Gruppe von Künstlerinnen gemeinsame Ausstellungen in verschiedenen Galerien zusammenstellt. 254 

Die Dreißiger Jahre sind gekennzeichnet durch steigende Ausstellungsbeteiligung von Künstlerinnen an den Salons, eine Vielzahl von einmaligen Ausstellungsinitiativen von Künstlerinnen und zwei neue Künstlerinnen-Gruppierungen, die "Société des Femmes Artistes Modernes" von 1931 bis 1938 und das 1935 gegründete "Groupement syndical des Artisanes d'Art". Die letztgenannte Gruppe ist offen für alle Frauen, "die sich mit Architektur, Skulptur, Malerei, Gravur, Zeichnung, dekorativer Kunst und allen dem Kunsthandwerk angehörenden Bereichen beschäftigen." 255

Ziel dieser Gruppierung ist es, Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen Arbeits- und Ausstellungsbedingungen zu erleichtern.256

Die "Société des Femmes Artistes Modernes" ist aus einer Abspaltung des "Syndicat des Artistes Femmes Peintres et Sculpteurs" entstanden.257 Die Statuten dieser Gesellschaft sind auf die Gründerin und Präsidentin Marie-Anne Camax-Zoegger zugeschnitten und sichern ihr fast uneingeschränkte Herrschaft.

 

 

 

252 Die Angaben sind die Ergebnisse meiner statistischen Erhebungen über die Ausstellungsbeteiligung, bzw. den Anteil von Künstlerinnen in drei Salons (Salon d'Automne, Salon des Indépendants, Salon des Tuileries) in der Zwischenkriegszeit. Siehe Tabelle.

Für die Beteiligung von Künstlerinnen an den "Großen Berliner Kunstausstellungen" hat Ulrike Stelzl andere Zahlen ermittelt: für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 steigt von 6% bis auf 27% und sinkt ab 1934 auf einen Anteil von ca. 10%, der bis 1942 zu verzeichnen ist (Stelzl 1977, S. 123).

253 Diese Zahlen sind wiederum Ergebnisse meiner Erhebungen, die für diese beiden Salons nur       stichprobenartig durchgeführt wurden.

254 Vgl. Renaissance de I'art français, 1928, S. 317, L'Exposition d'un Groupe des Femmes Peintres. Im Vollmer (1958) wird Jeanne Rij-Rousseau als Mitbegründerin der Gruppe "Femmes Peintres Franç.(aises?) Mod.(ernes?)" von 1925 bezeichnet.

255 Vgl. Beaux-Arts, 22.2.1935, S. 3: "Les femmes artisanes d'art forment un groupement. Nous apprenons la création d'un ,Groupement syndical des Artisanes d'Art'. Cette organisation a pour but de grouper toutes les femmes qui exercent un métier d'art, soit purement artistique, soit artisanal, et de leur faciliter la pratique de leur métier, tant au point de vue de création qu'au point de vue de placement. Ce groupement comprend toutes les femmes s'occupant d'architecture, de sculpture, de peinture, de gravure, de dessin, d'art décoratif et de tous les métiers d'art ressortissant a l’artisanat."

256 Vgl. ebenda.

257 Vgl. die Ausführungen über die Geschichte des "Syndicat des Artistes Femmes Peintres et Sculpteurs".

 

Ellen Thormann: Tamara de Lempicka. Kunstkritik und Künstlerinnen in Paris. Berlin 1993, S.106

 

Rij-Rousseau, Jeanne, geb. Caffier, franz.Malerin, geb. Conde (Maine-et-Loire), ansässig in Paris.

Stellt seit 1911 bei den Indépendants u. in den Salons Automne u. Tuileries aus. Mitgl. d. Gruppe “La jeune Peinture Contem.” 1925 Mitbegründerin der Gruppe “Femmes Peintres Franç. Mod.”. 1925 gold. Med. d. Pariser Expos. d. Arts Décor. Vertreten in den Museen Le Havre, Clamecy  u. Beauvais.

Lit.: Bénézit,7. - Joseph, 3 m.Abb.

 

Vollmer, Hans: Künstlerlexikon des 20. Jahrh. 4.Band, Leipzig 1958, P.69

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